Bilder, die die Welt nicht braucht….

gutes-karma-to-goVon Bettina Marie Schneider

Facebook, der soziale Sandkasten des Internets, in dem auch die dummen und seltsamen Kinder mitspielen dürfen, ist immer wieder für eine spannende Erfahrung  gut und jedesmal wenn ich glaube, es gibt nichts mehr, was mich noch überraschen könnte, lässt sich prompt wieder jemand etwas Neues einfallen.

Zur Zeit ist eine gewöhnungsbedürftige Form der Kontaktaufnahme besonders beliebt. Sinn und Zweck hat sich mir zwar noch nicht ganz erschlossen, so genau möchte ich das in diesem Fall aber auch gar nicht wissen. Nein, ich meine nicht Spiele Anfragen. Obwohl auch die äußerst lästig sind und es mich ehrlich gesagt wenig bis gar nicht interessiert, ob jemand bei FarmVille drei neue Bäume gepflanzt oder eine Bonus Kuh erhalten hat. Mir reichen die Besuche auf den realen Bauernhöfen dieses Landes und sollte ich jemals so gelangweilt sein, dass ich auf die Idee kommen könnte, FarmVille oder eines der anderen Facebook Spiele als Beschäftigungs Therapie zu benötigen, dann würde ich überlegen, an meinem Leben etwas zu verändern.

Facebook an sich ist prinzipiell so doof oder schlau, so langweilig oder lustig,  wie die Seiten die man liked und die Freunde, die man added. Diese Regel wird ausgehebelt, wenn man eine öffentliche Seite betreibt, was ich seit drei Monaten tue. “Öffentliche Seite” bedeutet in diesem Fall, die Sicherheitseinstellungen sind sehr niedrig, denn mit anderen in Kontakt zu treten und Austausch zu pflegen, ist schließlich Sinn und Zweck des Ganzen. Sagen wir mal so, es ist nicht nur lustiger und schlauer geworden, es gab nicht nur interessante und erwünschte neue Kontakte. Peinlich…und “fremdschämen” ist an der Tagesordnung, wenn ich meinen Newsfeed und die Privat Nachrichten durchsehe.

Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht jemand den Geistesblitz hat, eben mal nachzufragen, ob …Sie wissen schon 😉 .  Was natürlich unglaublich Sinn macht bei einer Frau, die a) nicht im horizontalen Gewerbe arbeitet, und die man b) noch nie im Leben gesehen oder gesprochen hat. Als Anreiz und “Entscheidungshilfe” (hat tatsächlich mal jemand zu seinem Bild geschrieben) gibt es dann im Nachrichtenfenster …ein Penis Bild.

Neben der Tatsache, dass diese Art der Kontaktaufnahme einfach nur daneben ist: Ausserhalb des sozialen Sandkastens Internet, im richtigen Leben, wäre dieses Verhalten lt. § 183 StGB  sogar strafbar. Der Gesetzgeber meint dazu :

“Ein Mann, der eine andere Person durch exhibitionistische Handlung belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft..”

Beim 1. Mal widerstand ich dem (boshaften) Impuls, das Bild öffentlich auf die Seite des Absenders zu posten, mit dem Vermerk ” Sehr geehrter Herr XY,  leider müssen wir das freundliche Angebot zurückweisen, da es unseren hohen Qualitätsstandards nicht gerecht wird”.  Aber ich entschied mich für die wohlerzogene Variante und drückte diskret auf “löschen” und “blockieren”. Mittlerweile ist es lästige Routine.

Das Internet muß randvoll sein mit solchen Selfies, denn einmal auf dieses Phänomen aufmerksam geworden, fand ich jede Menge Posts von Frauen, die wie ich mit diesen Sternstunden des schlechten Geschmacks hadern und in ihren Privat Nachrichten gerne auf ungebetene Porno Pics verzichten würden. Ich glaube nicht, daß wir deswegen Spaßbremsen sind und prüde. Nur weil Frontalaufnahmen unterhalb der Gürtellinie mittlerweile ganz ungeniert in den Social Medias zirkulieren, ist dieses Verhalten noch lange nicht gesellschaftsfähig…und cool.

Wenn Spitzenreiter auf der nach oben offenen Skala des schlechten Geschmacks, wie Chris Brown auf Twitter oder Oliver Sanne auf Facebook,  ihre exhibitionistische Neigung ausleben, muß Man(n) das nicht zwingend nachmachen. Wirklich nicht! Eher würde ich darüber nachdenken, einen  Benimm Kurs zu belegen, ein anderes Portal zu wählen oder eine Therapie in Erwägung zu ziehen . Chris Brown soll übrigens bereits damit begonnen haben 😉

Foto: Michael Coghlan,  Flickr.com

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