Eine Schwerarbeiterin in Sachen Schadensbehebung

Teil 1 – die Leber

VON DR. MED. THOMAS WENDEL UND KURT AESCHBACHER

Illustration: Sigelwerbung.ch

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Sie wächst mit ihren Aufgaben, bis sie dran ersäuft. Ein Brevier rund um die wichtigsten «Mitarbeiter» in unserem Körper und was wir für sie tun können.

Die Leber macht Schädliches möglichst rasch unschädlich und ist deshalb das zentrale Organ für den Stoffwechsel im menschlichen Körper. Jeden Tag fliessen rund 2000 Liter Blut durch sie hindurch, das sind jede Minute 1,5 Liter oder etwa 500 Mal unser gesamtes Blutvolumen. Jeden Tag.

Sie ist aber auch die grösste Drüse. Stoffe, die aus dem Darm in die Blutbahn aufgenommen wurden, werden in den Leberzellen verwertet, gespeichert, umgewandelt oder abgebaut.

Die Leber wächst mit ihren Aufgaben
Sie besitzt eine erstaunliche Fähigkeit, sich zu regenerieren. Ihr grösster Feind ist jedoch der Alkohol. Wird ihr über lange Zeit zu viel davon zugemutet, nimmt sie irreparablen Schaden. Alkohol wird von ihr als eine Art Kläranlage in Fett umgewandelt. Und so wird die Leber zuerst mal richtig fett. Mit ein Grund für den sogenannten Bierbauch.

Die nächste Stufe ist dann eine Entzündung, sprich eine alkoholische Hepatitis. Wenn bei einer Fettleber oder Hepatitis noch die Chance besteht, diese krankhafte Veränderung durch Abstinenz wieder rückgängig zu machen, gibt es beim dritten Stadium – der Leberzirrhose – kein zurück mehr. Die Leber wird steinhart und kann ihre Arbeit nicht mehr erfüllen. In diesem Fall bleibt nur noch eine Lebertransplantation, denn auf
die Dauer kann man dieses Organ nicht überfordern.

Was sind ihre wichtigsten Funktionen?
Wie wichtig die Leber für unseren Körper ist, zeigen ihre Funktionen:

  • Sie bildet für alle Fette, die der Körper verwerten kann, spezielle Fetttransporter (Lipoproteine).
  • Sie speichert wichtige Vitamine sowie Insulin und gibt diese Stoffe bei Bedarf an den Körper ab.
  • Sie produziert bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit pro Tag, die bei der Verdauung hilft und zum Teil giftige Stoffe (wie beispielsweise überflüssiges Cholesterin) auszuscheiden hilft.

Wenn der Volksmund sagt: Was ist dir über die Leber gekrochen? Beschreibt man damit einen typischen Zustand einer schleichenden Lebererkrankung. Die Patienten werden müde, missmutig oder apathisch, die Haut oder die Augen verfärben sich allmählich gelblich und oft juckt die Haut. Dann ist rasches Handeln angesagt.

Die Gründe für eine Lebererkrankung sind:

  • übermässiger Alkoholkonsum,
  • Übergewicht durch falsche Ernährung oder Bewegungsmangel,
  • Medikamentenmissbrauch,
  • eine Ansteckung durch Viren, Bakterien, Parasiten oder eine Pilzvergiftung.

Was liebt die Leber?

  • Vor allem wenig Alkohol. Für Männer gilt als Schwellendosis pro Tag ein halber Liter Bier oder ein viertel Liter Wein (mit Vorteil Rotwein) und für Frauen die Hälfte.
  • Viel Wasser oder Kräutertees. Mit zwei Liter Flüssigkeit helfen Sie der Leber, sich zu entgiften.
  • Mariendistel: Sie schützt die Leber und fördert ihre Regeneration. Als Tee oder als Fertigpräparat erhältlich.
  • Pflanzliche Lebensmittel mit viel Bitterstoffen, dazu gehören: Chicorée, Endivien, Löwenzahn, Rosenkohl oder Salbei.
  • Und natürlich möglichst kein Übergewicht und viel Bewegung.

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