Morgen mache ich Sport… bestimmt :-)))

gutes-karma-to-goVon Bettina Marie Schneider

Das Abo im Fitness Studio ist seit Jahren Pflichtprogramm in meinem Leben. Also das Abo…nicht die Besuche dort 🙂. Allein die Mitgliedschaft fühlt sich schon angenehm sportlich an und seit es Studios gibt, die 24 Stunden 365 Tage im Jahr geöffnet sind, findet sogar ein bekennender Couch Potato wie ich es bin,  ab und an das passende Zeitfenster, wenn der Drang, sich sportlich zu betätigen überhand nimmt.

Phasenweise war ich richtig motiviert und gut im Training. Ganz besonders natürlich, wenn Badeurlaub angesagt war oder wenn ich mich zwischen komplett neu einkleiden oder doch endlich ein, zwei Kilo verlieren, entscheiden musste. .

Ab einem gewissen Alter ist Hungern nämlich eine denkbar dumme Lösung, um abzunehmen. Eigentlich ist sie das immer, aber ab 40 sieht man nach einer Gewichtsabnahme nicht nur schlanker aus sondern auch mitgenommen und ab 50 sollte man seine Pausbäckchen nicht mit Crash Diäten drangsalieren sondern hüten, wie einen Augapfel.

In meinem Alter greifen Schlankheitskuren nicht nur die Speckröllchen in der Taille an sondern auch genau die Pölsterchen, die dem Gesicht etwas Weiches verleihen. Der Preis für eine Kleidergrösse weniger, sind strengere Gesichtszüge. Und ganz ehrlich, wer will die schon, ausser man hat vor, eine Zweitkarriere als Domina zu starten. ..

Also setze ich schon sehr lange auf ausgewogene Ernährung (kein Problem ) und Sport (schon schwieriger), um einigermaßen in Form zu bleiben. Einmal den inneren Schweinehund überwunden, ist es nach kurzer Zeit nicht nur lästiges Pflichtprogramm sondern mit der richtigen Beschallung im Ohr und den ersten Erfolgserlebnissen am Stepper oder der Laufstrecke im Wald, ein angenehmer Ausklang des Tages.

Erstaunlich, wie fix die Kondition sich verbessert und wie schnell der gesamte Muskeltonus dankbar auf ein wenig Training reagiert, selbst bei solchen Interims Sportkanonen, wie ich eine bin. Ich wundere mich in solchen Phasen jedesmal, warum ich nicht eher darauf gekommen bin, und wie spürbar gut das bisschen mehr an Bewegung tut.

Dann kam das Zwangs-Aus für alle sportlichen Betätigungen, weil der beleidigte Trigeminus nicht verzieh, was man ihm angetan hatte. (Aber das ist eine andere Geschichte 🙁 ) . Er betrachtete jede heftige Bewegung als persönlichen Angriff und liess mich das deutlich spüren.
Gerade mal Spazierengehen war Ok, aber nicht in der prallen Sonne und nicht zu schnell …und auch nicht bei Wind. Yoga war Ok, aber nur sehr eingeschränkt und irgendwann warf ich gefrustet das Handtuch. Sobald es wieder besser geht, wollte ich durchstarten. Irgendwann…bald…

Diese kurze Zwangspause dauert mittlerweile knapp zwei Jahre und wenn ich ganz ehrlich mit mir selbst bin, dann könnte es durchaus sein, dass mittlerweile die guten Gründe , keinen Sport zu treiben, längst keine mehr sind . Mein innerer Schweinehund fand die Auszeit nämlich recht angenehm und nachdem langsam Besserung in Sicht ist und gestern die ideale Aussentemperatur, samt idealem Sonnenwinkel war, das Tageshoroskop ermutigend, hatte ich beim besten Willen keine Ausrede mehr, warum ich nicht vor die Türe gehen sollte und endlich wieder laufen.

Foto: Flikr, FaceMePLS

Foto: Flikr, FaceMePLS

Gesagt getan. Es war wider Erwarten gar nicht so schwierig, jedenfalls die ersten 3 Minuten nicht. Dann war mein Keuchen bereits so laut, dass es die House Bässe im i-pod übertönte und ich schwitzte, wie sonst nicht einmal während der letzten Bergetappe meiner Laufstrecke.

“Eigentlich wird der Hype um den Sport total übertrieben und Deine Klamotten passen allesamt wunderbar, was soll der Scheiss? Geh lieber nach Hause auf die Couch anstatt Dich hier zu quälen! Wem willst Du etwas beweisen ? ” , lästerte mein innerer Schweinhund boshaft und wähnte sich bereits in Siegeslaune. Aber diesmal hatte er keine Chance.

Ich ignorierte die Steilvorlage zum Aufgeben, switchte das Musikprogramm auf Klassik, passte den Schritt an und visualisierte mich, wie ich bis zum ersten Schnee wieder die gesamte Strecke absolviere, gute Musik auf den Ohren und das tolle Gefühl hinterher, wenn der Körper mit Sauerstoff geflutet ist und der Kopf leer. So eroberte ich die alte Lauf-Strecke zurück, zwar in der dreifachen Zeit und mit der grazilen Eleganz einer verrosteten Dampflok, aber der böse “Couch Potato Bann” ist gebrochen, ab jetzt werde ich wieder jeden Abend laufen. Komme was mag ! Wenn es darauf ankommt, kann ich nämlich wahnsinnig konsequent sein.

Heute hat es geregnet, und ein klein wenig windig war es auch. Vorsichtshalber liess ich das Training ausnahmsweise ausfallen. Aber morgen mache ich wieder Sport, spätestens übermorgen…ganz bestimmt 🙂

 

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