Zu welcher Generation gehören Sie?

Babyboomer, Generation X und Y: In jedem Alter stellen sich neue Herausforderungen an die Vorsorge. Worauf wann zu achten ist.

Gastbeitrag vt, UBS AG

big modern family

Babyboomer. Generation Golf. Generation Y. MTV-Generation. Die Liste der Bezeichnungen liesse sich fortführen. Obwohl der Begriff «Generation» bereits im 19. Jahrhundert verwendet wurde, erfuhr er im 20. und 21. Jahrhundert einen Boom. Soziokulturell bedeutet Generation eine Altersgruppe innerhalb einer Gesellschaft. Diese ist geprägt durch ihr jeweiliges wirtschaftliches, gesellschaftliches und demografisches Umfeld.

Das Umfeld hat sich in den vergangenen Jahrzehnten markant gewandelt. Ebenso die Struktur der Schweizer Bevölkerung. Die Alterspyramide hat sich von einer «Pyramide» (im Jahr 1900) über eine «Glocke» (1950) zu einer «Urne» (2010) entwickelt. Mit 35,3 Prozent (gemessen an der Gesamtbevölkerung) bilden die 40- bis 64-Jährigen die stärkste Altersgruppe. «Für die Schweiz ist heute ein Altersaufbau typisch, bei dem die ‹Baby-Boom›-Generation dominiert. Ihr steht eine schwächer besetzte Jugendgeneration und eine wachsende Zahl älterer Menschen gegenüber», so das Bundesamt für Statistik.

Zu den Schweizer Babyboomern zählen alle Personen, die zwischen 1946 und 1968 geboren wurden. 2018 werden die letzten Babyboomer 50 Jahre alt, 2033 gehen sie in Pension, vorausgesetzt das Rentenalter bleibt bei 65 Jahren. Der demografische Wandel beeinflusst das Verhältnis zwischen Personen über 65 Jahren und solchen im erwerbsfähigen Alter: Laut einer Studie der Allianz International Pensions steigt der Alterskoeffizient (die Anzahl über 65-Jähriger pro 100 Einwohner zwischen 20 und 64) in der Schweiz bis 2033 um 47 Prozent. Die sich wandelnde Altersstruktur beeinflusst auch die Pensionsausgaben eines Staates. Die Studie geht für die Schweiz von rund 37 Prozent Mehrkosten aus. Eine Reform der staatlichen Altersvorsorge ist unabdingbar.

Babyboomer: vernünftig und sachlich

Die Babyboomer sind in der Nachkriegszeit aufgewachsen. Nach Jahren der Entbehrung folgte der wirtschaftliche Aufschwung. Trotzdem sind sich Vertreter dieser Generation eher gewohnt, mit ihrem Geld sparsam umzugehen und ihrem Besitz Sorge zu tragen. Finanzielle Entscheide beruhen in der Regel auf sachlichen Überlegungen. Demzufolge legen sie ihr Geld mehrheitlich in Sparkonten und Immobilien an. Auf dem dritten Platz liegen die Aktien. Tiefer in der Gunst der meisten Babyboomer stehen die Obligationen. Laut einer UBS-Studie zum Vorsorgeverhalten der Schweiz verfügen 76 Prozent der Befragten im erwerbstätigen Alter über eines oder mehrere Säule-3a-Konten. In der Deutschschweiz sei dieser Anteil höher. Dafür hielten Westschweizer etwas häufiger Lebensversicherungen.

Aufgrund der wirtschaftlich erfolgreichen Phase (normale Zinslandschaft, positive Entwicklung am Aktienmarkt), in der Babyboomer ihr Vorsorgevermögen ansparen konnten, steht dieser Generation mehr Vermögen zur Verfügung, als es die nachfolgenden Generationen vermutlich haben werden.

Generation X: skeptisch, aber gut gebildet

Die Vertreter der Generation X sind Ende der 1960er- bis Ende der 1970er- Jahre geboren. Wesentliche Entwicklungen in dieser Zeit waren Privatfernsehen, Computer, Internet und Mobiltelefonie. Die Kommunikation und ihr Tempo haben sich verändert. Der Kalte Krieg, der Fall der deutschen Mauer, wirtschaftlicher Wohlstand – die Generation X lebte «dazwischen». Je nach Quelle spricht man auch von der «lost generation». Charakterisiert wird sie als äusserst skeptisch, gleichzeitig aber auch als hoch gebildet. Ihre bevorzugte Vorsorge sind Sparkonten, gefolgt von Säule-3a-Lösungen. Weniger beliebt sind Wertschriftendepot und Fondskonto oder -depot.

Generation Y: emotional und individuell

Zu der Generation Y zählen die nach 1980 Geborenen. Sie werden auch als Millennials oder Digital Natives bezeichnet. Ständige Erreichbarkeit, Internationalisierung, grosser Individualismus und unzählige Wahlmöglichkeiten beeinflussen die Vertreter der Generation. Emotionen spielen eine wichtige Rolle, auch bei ihren Entscheidungen. Sie wollen Arbeit und Vergnügen, Familie und Beruf vereinen. Es zählt weniger das Entweder-oder, vielmehr geht es um das Sowohl-als auch. Studien zufolge liegt ihnen der gegenwärtige Konsum jedoch näher als der künftige. Deshalb sparen sie am liebsten über ein Sparkonto. Der Besitz eines Säule-3a-Kontos hängt vielfach von den finanziellen Möglichkeiten ab.

Fazit

Jede Generation sorgt vor. Die Bedeutung der privaten Vorsorge ist unbestritten. Aber: Je höher die Finanzkraft, desto grösser die Anlagemöglichkeiten. Bezüglich der Dringlichkeit spielen das Sparziel sowie das Alter eine Rolle. Je älter man wird, desto dringender wird es, fürs Alter vorzusorgen. Und: Je eher man mit Sparen beginnt, desto höher das spätere Vorsorgevermögen.

Nils Aggett ist Leiter Pension Services bei UBS

Tipps

  • Beginnen Sie möglichst früh mit dem privaten Sparen: Je früher Sie starten, desto höher werden die Erträge im Alter sein.
  • Diversifizieren Sie: Nutzen Sie, nach Möglichkeit, die verschiedenen Anlagekategorien Sparkonten, Aktien, Obligationen, Immobilien und investieren Sie allenfalls auch in Wachstumsmärkte.
  • Überprüfen Sie Ihre Anlagen regelmässig: Halten Sie Ihre Anlagestrategie im Auge und passen Sie es frühzeitig Ihrer Lebenssituation an.

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