Hypozinsen – wie tief gehen sie noch?

Die Talfahrt der Zinsen für Festhypotheken hielt an: Seit dem Anstieg im ersten Halbjahr 2015 sind die Hypothekarzinsen in der Schweiz kontinuierlich weiter gesunken. Bei den zehnjährigen Festhypotheken von 2 Prozent im Sommer 2015 auf 1,9 Prozent im vierten Quartal 2015 bis nun auf 1,6 Prozent im ersten Quartal 2016, wie das aktuelle Hypotheken-Barometer des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch zeigt. Gut verhandelt lassen sich mittlerweile Hypotheken mit zehnjähriger Laufzeit um 1.25% oder gar tiefer abschliessen.

Die Zinsen für Festhypotheken sind im ersten Quartal 2016 erneut stark gesunken. Im Vergleich zum vorherigen Quartal werden zehnjährige Laufzeiten zu 0,3 Prozentpunkten weniger verzinst, also nur noch zu 1,6 Prozent. Die Nachfrage nach langen Laufzeiten nahm abermals um 4 Prozent zu, während die Nachfrage nach mittelfristen Laufzeiten wieder minim abnahm (minus 3 Prozent). Dies geht aus dem aktuellen Hypotheken-Barometer von comparis.ch hervor.

Hypothekarzinsentwicklung - by comparis.ch

Hypothekarzinsentwicklung – by comparis.ch

 

Ruhige Lage am Hypothekarmarkt
„Aufgrund der Stabilität des EUR/CHF Wechselkurses hielt die Schweizerische Nationalbank (SNB) am negativen Leitzins von -0.75 Prozent fest, wie sie am 7. März 2016 verkündete. Dies hat zu anhaltend tiefen Zinserwartungen am Hypothekarmarkt geführt.“, sagt Marc Parmentier, Banken-Experte von comparis.ch.
Ein genauer Blick auf das Hypotheken-Barometer zeigt, dass die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken im Vergleich zum letzten Quartal nochmals um 0,3 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent gesunken sind, während sich bei den kurz- und mittelfristigen Hypotheken keine grosse Veränderung zeigt. Die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken liegen nach wie vor bei 1,2 Prozent.

Nachfrage nach langfristigen Laufzeiten nimmt weiter zu

NAchgefragte Laufzeiten bei Festhypotheken - comparis.ch

Nachgefragte Laufzeiten bei Festhypotheken – comparis.ch

Die Nachfrage nach zehnjährigen Laufzeiten lag Ende des ersten Quartals bei 80 Prozent und hat somit um weitere 4 Prozent zugenommen. Bei den mittleren Laufzeiten sank die Nachfrage von 21 auf 18 Prozent und bei den kürzeren Laufzeiten konnte eine Senkung von einem Prozent auf insgesamt 2 Prozent verzeichnet werden.
„Die Nachfrage hat sich nochmals stark in Richtung zehnjährige Laufzeiten verändert, was angesichts der Entwicklung der Hypothekarzinsen eine logische Folge darstellt. Es bleibt weiterhin favorabel Wohneigentümer zu sein“, stellt Marc Parmentier fest. „Entgegen ursprünglicher Erwartungen kann man sagen, dass nun jene Konsumenten von einer besseren Verhandlungsposition profitieren, die sich in der Vergangenheit beim Abschluss ihrer Hypothek für eine Tranchierung der Laufzeiten entschieden haben“, führt er weiter aus. „Eine Absicherung gegen zu hohe Zinsen hat sich als gänzlich unnötig herausgestellt – jedoch konnten diese Kunden nun von markant gesunkenen Zinskonditionen früher – bspw. nach Ablauf der fünfjährigen Tranche – profitieren.“

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Titelfoto: DAVINCI Haus via flikr.com

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