Crowdfunding – Crowdinvesting – Ein Interview mit Herrn Solenicki von Sintratec

Dominik Solenicki von Sintratec

Dominik Solenicki von Sintratec

Die Firma Sintratec GmbH aus Brugg entwickelt 3D Drucker und hat via Crowdfunding die Finanzierung für den ersten Desktop 3D Drucker realisiert. Über die Plattform Indiegogo.com wurden total 213’000 US-$ gesammelt. Ein Grund, Herrn Solenicki von Sintratec zu diesem Erfolg zu befragen:

Gratulation Herr Solenicki, Sie haben Ende Dezember 2014 via Crowdfunding über 213‘000 Dollar gesammelt. Können Sie uns verraten, wie die Altersstruktur der gut 60 Supporter ist?
Dominik Solenicki: Vielen Dank für die Gratulation. Die verwendete Crowdfunding-Plattform nimmt selber keine Altersdaten auf. Wir haben aber einige der Maschinen mit direktem Kontakt verkauft und einen gesunden Mix durch alle Altersgruppen feststellen können. Angefangen mit tiefen 20er hält es sich ungefähr gleichverteilt bis und mit einigen 50-70 jährigen. Abgesehen davon haben sich einige Unternehmen beteiligt, wo eine Aussage zur Altersverteilung schwieriger ist.

Wie viele neue Kontakte konnten Sie dank Crowdfunding erreichen oder waren es mehrheitlich Personen, welche Sie bereits kannten, die investierten?
Das ist eine sehr gute Frage. Wie wir lernen durften ist eine Crowdfunding-Plattform eine Verkaufsabwicklungs-Plattform und nicht allzu viel mehr. Zumindest für unseren Preisbereich ist der Beitrag vernachlässigbar, der durch das Netzwerk um die Plattform selber generiert wurde. Publicity  generieren und Verkaufen mussten wir unabhängig und selbständig, mehrheitlich mit direktem und persönlichem Kontakt. Ca. 30% der Verkäufe haben wir vor der Kampagne in die Wege geleitet, die meisten Kontakte kamen zustande durch Publikationen in Fach-Blogs und Messeauftritte.

Das Risiko, dass Sie die Drucker Ende September 2015 nicht ausliefern, ist ja vorhanden. Brauchen Sie noch weiteres Kapital um Ihr Ziel zu erreichen?
Die Kampagne ist selbstfinanzierend, was bedeutet, dass über Produktion bis zur Auslieferung die Kosten gedeckt sind und zusammen mit unseren bisherigen Investitionen ein Puffer für Eventualitäten besteht. Da wir aber unabhängig zur Kampagne wachsen und neue Produkte entwickeln wollen, benötigen wir zusätzliches Kapital. Unsere Vision wäre, das wir eine marktführende Position für professionellen Desktop-3D-Druck einnehmen können.

Der 3D Desktop Drucker von Sintratec

Der 3D Desktop Drucker von Sintratec

Welche 3 Tipps geben Sie anderen, die auch ein Projekt haben, und auf Kapitalsuche via Crowdfunding sind?
Im Hardware-Bereich werden viele Kampagnen gestartet mit sehr frühen Prototypen oder sogar gar keinen und dazu unrealistischen Plänen. Für das Mittmachen bei einer Crowdfunding-Kampagne müssen Supporter grosses Vertrauen aufbringen. Wir hätten ein Jahr früher online gehen können, uns aber dazu entschieden zu Ende zu entwickeln und ein funktionales und getestetes Produkt zu zeigen.

Zweitens ist es wichtig, dass man sich um das Gelingen selber kümmert. Stellt man eine Kampagne online auf einer der grossen Plattformen, ist man zuerst einmal unsichtbar. Daher ist es wichtig, bereits 25-30% des Kampagnen-Ziels in den ersten zwei Tagen zu erreichen, was nur durch das im Voraus aufgebaute Netzwerk bewerkstelligt werden kann. Im Crowdfunding spricht man vom Green-bar-Effekt, erst wenn sich der Gesamtbetrag dem Ziel nähert und die Kampagne erfolgreich wirkt, sind Externe bereit mit zu investieren. Im Verlauf der Kampagne muss man sich dann konstant um den Erfolg bemühen; News kreieren, Social-Marketing, Messeauftritte etc.

Drittens ist zu empfehlen, in das Auftreten zu investieren. Die erfolgreichen Kampagnen auf den jeweiligen Plattformen sind immer in einem ähnlichen Format, Recherchieren lohnt sich. Neben den Grundlagen (Wer bist Du, wofür wird das Geld gebraucht, weshalb muss man mitmachen, was sind die genauen Details zum Produkt) sind ein ansprechendes Design mit guten Product-Shots und Grafiken wichtig. Wir haben zum Beispiel das wichtige Vorstellungsvideo mit Hilfe eines Design-Studios erstellt.

Weitere Infos zum Thema Crowdfunding finden Sie auch in unserer aktuellen Ausgabe des 50plus Magazins.

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