10-jährige Hypozinsen erreichen psychologische Schmerzgrenze

Die Hypothekarzinsen sind weiterhin leicht am Steigen. Im zweiten Quartal dieses Jahres erreichten die Festhypotheken über 10 Jahre die psychologische Schmerzgrenze von 2 Prozent, wie das aktuelle Hypotheken-Barometer des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch zeigt. Nur gut verhandelt lassen sich Hypotheken mit zehnjährigen Laufzeiten noch um 1,5 Prozent abschliessen.

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Die Hypozins-Kurve entfernt sich weiter von ihrem historischen Tiefstand Anfang Jahr. Im zweiten Quartal dieses Jahres sind die Zinsen für langfristige Laufzeiten weiter leicht gestiegen. Erstmals seit Herbst 2014 wurden sie wieder zu 2,0 Prozent verzinst. Dies zeigt das aktuelle Hypotheken-Barometer von comparis.ch. Der Banken-Experte des Internet-Vergleichsdienstes, Marc Parmentier, erklärt dazu: «Die Hypozinsen bei den zehnjährigen Laufzeiten haben die psychologische Schmerzgrenze erreicht.»

Trendwende bei Nachfrage
Ein Blick auf das aktuelle Hypotheken-Barometer zeigt im Einzelnen: Die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken stiegen im Laufe des zweiten Quartals von 1,9 auf 2,0 Prozent. «Gut verhandelt und bei guter Bonität lassen sich zehnjährige Festhypotheken aber nach wie vor zu Zinssätzen um 1,5 Prozent abschliessen», merkt Banken-Experte Parmentier an. Für viele Eigenheimkäufer sowie Hauseigentümer, welche aktuell ihre Hypothek erneuern, bleiben die Bedingungen somit günstig. Die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken lagen Ende des Quartals wie Ende letzten Quartals bei 1,3 Prozent. Die einjährigen Laufzeiten hielten sich bei 1,2 Prozent.

Auf Seiten der Nachfrage zeigte sich somit nicht unerwartet eine Trendwende. Bei den
Festhypotheken ging die Nachfrage nach langfristigen Laufzeiten deutlich zurück, und zwar von
92 Prozent im ersten Quartal, auf nunmehr 81 Prozent im zweiten Quartal. Im gleichen Zeitraum
legte die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten von 7 auf knapp 16 Prozent zu, die nach kurzen
Laufzeiten von 0,5 auf 3 Prozent.

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Politisch und regulatorisch blieb es in den vergangenen Monaten ruhig auf dem Hypothekarmarkt.
Es gab keine Entscheide seitens der Zentralbanken, keine neuen Massnahmen zur Regulierung.
Gebannt blicken die Akteure auf die Entwicklung in Griechenland. «Ein Ausstieg des
südeuropäischen Landes aus dem Euro, der sogenannte Grexit, dürfte ebenfalls nicht spurlos am
Hypothekarmarkt vorbeigehen», so Parmentier. Trotz der volatilen Entwicklungen der letzten Juni-
Tage konnten aber noch keine markanten Ausschläge beobachtet werden. Die Erwartungen
hinsichtlich der Entwicklungen in der Eurozone und deren Auswirkungen auf den Franken wurden
offensichtlich im Finanzmarkt schon vorgängig berücksichtigt.

Titelfoto: Maret Hosemann, flickr.com

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