Von der Kindergärtnerin zur Strick-Designerin – Beatriz Würsch

Erschienen im 50plus Magazin – Ausgabe Februar 2015, von Benedikt Lachenmeier

strickenVon der schwarz umrandeten Brille über den Lippenstift bis hin zum Kleid und den Schuhen – das Outfit von Beatriz Würsch ist perfekt abgestimmt. «Mein Leben hat eine klare Linie», sagt die 50-Jährige. Ihren beruflichen Weg hat die Strick-Designerin aber als Kindergärtnerin angefangen. Eigentlich wollte die Zürcherin  Innendekorateurin werden. Die Eltern rieten ihr ab. «Das hältst du nicht durch, du bist viel zu eigenwillig», hiess es damals.

Also entschloss sie sich für eine pädagogische Ausbildung. Mit 25 packte Beatriz Würsch ihre Koffer, um fortan in Barcelona als Kindergärtnerin zu arbeiten. Parallel liess sie sich aber zur Schmuckdesignerin ausbilden. Später betrieb sie eine Galerie und war als Kunst- und Kulturvermittlerin tätig. 16 Jahre blieb sie in Spanien. Dort als Galeristin zu überleben, wurde aber immer schwieriger. Zurück in der Schweiz kreierte Würsch zusammen mit einer Freundin eine Schmuckkollektion. Mit der Zeit habe sie gemerkt, dass sie wieder etwas Neues brauche. «Sobald ich Treten am Ort mache und in eine Routine reinkomme, die nicht mehr gesund für mich ist, überlege ich mir: Was gibt es denn noch?»

Die Designerin wollte von nun an mit weichem, qualitativ hochwertigem Material arbeiten. Sie erinnerte sich, wie sie als Primarschülerin ihren ersten Pullover stricken durfte und herumexperimentierte. «Das war eine wichtige Episode für mich», so die Strick-Designerin. «Also entschied ich mich, back to the roots zu gehen und wieder damit anzufangen.» Beatriz Würsch entwirft Tücher, Bettflaschen, Mützen und andere Produkte und verkauft sie unter dem Label YAYA. Beim Stricken erhält sie Unterstützung von einer Gruppe von Frauen – unter anderem von ihrer Mutter und ihrer Tante. Sie kreiere Farbkombinationen, die sich ältere Damen nicht getrauen würden, aber «die beiden Ladys haben einen sehr offenen Geist, auch wenn sie um die 80 Jahre alt sind», schmunzelt Würsch.

Auch wenn ein spürbarer Trend feststellbar ist, bleiben handgemachte Designer-Strickwaren Nischenprodukte. «Es ist schwierig, davon leben zu können.» Deshalb arbeitet Beatriz Würsch auch als Kindergärtnerin – «mit Freude». Ihr jetziges Label wird sich wahrscheinlich weiterentwickeln, denn «meine Visionen und Neugierde werden bis zu meinem letzten Tag nie ausgehen».

 

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