Wie sind Sie erwachsen geworden?

Das Museum für Kommunikation in Bern zeigt noch bis am 27. Oktober 2013 die Ausstellung  «21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden» von Mats Staub. Die neue Arbeit des Berner Künstlers versammelt in einer Videoinstallation die Erinnerungen verschiedener Generationen an ihr 21. Lebensjahr : Der älteste der Porträtierten ist 96 Jahre alt, der jüngste 26.

© Museum für Kommunikation / Lisa Schäublin

© Museum für Kommunikation / Lisa Schäublin

Die Ausstellung «21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden» ist ein Langzeitprojekt und wächst von Ort zu Ort. Die 50 im Museum für Kommunikation gezeigten Porträts sind erstmals in der Schweiz zu sehen. Das 21. Lebensjahr steht für Umbrüche und Aufbrüche . War man dann schon erwachsen? Oder hat das Erwachsenwerden damit erst angefangen? Erst im Zurückblicken lässt sich feststellen, wer oder was einen beim Erwachsen werden geprägt hat.

Der Künstler Mats Staub stellt gerne Fragen und regt gerne zum Erinnern an. In seinem neuen Projekt «21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden» geht es um drei Fragen: Wann sind Sie 21 geworden? Was haben Sie damals erlebt? Und wie sind Sie erwachsen geworden? Diese Fragen stellte Staub Menschen unterschiedlichsten Alters und zeichnete die Antworten auf. Die Gespräche verdichtete er zu Porträts von fünf bis acht Minuten Länge , die er seinen Gesprächspartnern drei Monate später vorspielte und sie dabei filmte. Die Videoinstallation zeigt, wie die Erzähler als Zuhörer mit ihrer eigenen Geschichte konfrontiert und zum Nachdenken angeregt werden: Sie lachen und lächeln, sind stolz oder tief berührt über das Erzählte.

Besucherinnen und Besucher der Ausstellung «21» erleben beides gleichzeitig: sie hören die Erzählungen und sehen die Reaktionen der Erzähler – intime Momente der Erinnerung entstehen.

70 Jahre in 50 Porträts
Die 50 im Museum für Kommunikation gezeigten Porträts sind erstmals in der Schweiz zu sehen. 20 davon wurden eigens für die Ausstellung in Bern realisiert, zwölf in deutscher, acht in französischer Sprache . 30 Gespräche führte Mats Staub mit Menschen in Deutschland, gut die Hälfte davon haben ihre Wurzeln in Drittstaaten. Die gesammelten Erinnerungen erzählen über das Aufwachsen zu unterschiedlichsten Zeiten und spannen gleichzeitig einen Bogen über Generationen: Sie berichten von verweigerten Bierlieferungen an deutsche Offiziere während des 2. Weltkrieges, über depressive Verstimmungen und dem Loslösen von übergrossen Vaterfiguren. Das unbeschwerte Leben mit dem Sound von DRS 3 steht neben den ersten Reiseerlebnissen nach Italien und Paris. Gefängniserlebnisse werden geschildert, bewegte WG – Zeiten, die Katastrophe von Tschernobyl und die Anfänge von Facebook. Der älteste der Porträtierten feierte seinen 21. Geburtstag 1938, der jüngste 2008. Die 50 Porträts erzählen 70 Jahre Geschichte.

«21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden» ist ein Langzeitprojekt und wächst von Ort zu Ort . Nach Ausstellungen in Frankfurt und Hannover ist das Museum für Kommunikation die erste Station in der Schweiz. Die nächsten Ausstellungen und Sammlungen von Geschichten fin den in Stuttgart (ab 29.10.2013 am Theater Rampe in Kooperation mit dem Stadtmuseum Stuttgart), Zürich (ab März 2014 im Theaterhaus Gessneral lee) und Belgrad (September 2014 in der Galerie KC Grad) statt, weitere Stationen sind in Planung.

 


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