«Emmental, Wanderland, Wunderland» – ein Wandertipp fürs Wochenende

wandern1Signau, Dorf mit nationaler Bedeutung — Emmental aus der Vogelperspektive — es geht hinauf, hinab, durch stille Landschaft, Herbstwälder, über Wiesenhänge und entlang murmelnder Bächlein.

von Karin Breyer

Hinauf zur Blaseflue
Signau ist ein bilderbuchschönes Dorf im Emmental, das bereits 1976 ins Verzeichnis der Ortschaften mit nationaler Bedeutung aufgenommen wurde. Am Bahnhof halten Sie sich Richtung Blaseflue und stossen gleich auf die sehenswerte Dorfstrasse, wo sich ein typisches Emmentaler Haus ans andere reiht.

Links des Gasthofs «zum Bären» marschieren Sie auf Kopfsteinpflaster hinauf zur Kirche. Hinter der Kirche führt der schmale Wanderweg schon bald links aufwärts nach Ober Rainsberg, Blaseflue. Im Zickzack steigen Sie den Wald hinauf, aus der Tiefe rauscht laut ein Bächlein, sonst ist es ganz still. Über Brücken gehts, bei der zweiten dann links hoch (gelbe Raute) und später auf breitem Naturweg abwärts zur Teerstrasse wandern, dort links aufsteigen. In Kürze werden Sie links auf einem Waldweg in die Höhe gelotst – was ein bisschen Kondition erfordert. Und dann der freie Blick: das Emmental und im Hintergrund die Berner Alpen und der Jura werden wie auf dem Tablett präsentiert.

Und noch einmal gehts aufwärts, entlang des Waldrandes, bis Sie in Ober Rainsberg eintreffen. Von hier sind es 20 Minuten zur Ofeneggalp: entlang des sonnigen Waldrandes, dann durch ein verschwiegenes Tannenwäldchen und Kuhweiden.

Dann heisst es: hinauf zur Blaseflue – in nur 20 Minuten. Beim Ofeneggalp-Hof links und gleich wieder rechts den Geissenpfad aufsteigen, mit herrlichem Panoramablick auf den Alpenkranz.

Wer das Emmental nicht kennt, bekommt einen Geschmack davon auf dieser Wanderung. Jeremias Gotthelf (1797–1854), charakterisierte Emmental mit einem ungeschliffenen Edelstein: «Es ist ein Hügelland, düster aussehend von Weitem, aber lieblich und heimelig in der Nähe. Eng begrenzt ist sein Horizont von waldigen Hügeln, an deren Fuss sich unzählige Täler ziehen, von rauschenden Bächen bewässert, die in stillem Murmeln ihre Geschiebe wälzen, bis sie den Schoss der Emme finden. » Er hat es lieb gewonnen, was aus einem Brief 1845 an einen befreundeten Professor hervorgeht: «Emmental. Wanderland. Wunderland.»

Die letzten paar Minuten hinauf zur Flue erfolgen durch den Wald, es riecht nach Moos und Pilzen und feuchtem Laub. Eine Feuerstelle, riesige Baumstümpfe, ein Bänkli laden zur Rast – auf dem für heute höchsten Punkt.

Es geht bergab
Das nächste Ziel ist Waldhäusern. Auf wurzeligem Waldpfad gehts weiter, stets der gelben Raute nach. Ganze Kolonien von Fliegenpilzen leuchten feuerrot zwischen Moos und Heidelbeersträuchern. Immer wieder öffnen sich Blickfenster in den Talkessel, auf Signau, Schüpbach, Langnau.

Unten am Teersträsschen angelangt, ist es nur ein Steinwurf entfernt nach Waldhäusern. Auf einer Hügelkuppe steht das Gasthaus «Waldhäusern». Dort kann man essen und trinken, so heisst es, «wie zu Gotthelfs Zeiten» – der Chef kocht persönlich.

Danach gehts weiter, immer Richtung Signau (1 Stunde 10 Minuten). Ein breiter Weg führt nach dem Gasthaus rechts abwärts, in 10 Minuten treffen Sie in Egguriedegg ein. Jetzt beginnt der Abstieg auf einem Naturweg, zügig gehts durch den Herbstwald und ein Tobel, hier und da steht ein Aussichtsbänkli.

Irgendwann laufen Sie entlang des Bächleins, kommen schliesslich in Nidermattgrabe raus. Links gehts weiter auf dem Teersträsslein, entspannt und genüsslich mit dem Wasserlauf. Etwa 100 Meter vor den Bahngleisen von Schüpbach nehmen Sie den rechten Wiesenpfad, flanieren via Gassen nach Signau. Am Waldrand von Gassen angekommen, nehmen Sie den linken Weg und ziehen bald am ersten Hof von Signau vorbei. Sie erreichen über den Sängeliweg das Dorf, queren den Rainsbergweg und steuern via Schulhausstrasse die Kirche an.

Route
Signau (683 m ü. M.)—Ober Rainsberg (939 m ü. M.)—Ofeneggalp (997 m ü. M.)—Blaseflue (1118 m ü. M.)—Waldhäusern (972 m ü. M.) — Nidermattgrabe (707 m ü. M.) — Gassen (668 m ü. M.) — Signau


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Wanderzeit
3 Stunden

Wegstrecke
9 km

Anreise
Mit dem Zug von Bern nach Signau

Rückreise
Von Signau mit dem Zug nach Bern

 

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