Laserlicht zeigt Gletscherschmelze

Adler- und Findelengletscher mit Blick aufs Matterhorn. Foto: Micheal Zemp, Universität Zürich

Adler- und Findelengletscher mit Blick aufs Matterhorn.
Foto: Micheal Zemp, Universität Zürich

Generell gilt die Schweiz mit ihren Tausenden von Quellen als Wasserschloss Europas. Einen wesentlichen Anteil daran haben die Gletscher. Als Folge des Klimawandels schmilzt das «ewige Eis» in den Schweizer Alpen jedoch. Forscher der Universität Zürich haben den Findelengletscher im Wallis mittels Laserscanning untersucht und den Gletscherschwund gemessen. Axpo unterstützte das Projekt.

Von Daniela Biedermann

Neben Holzstangen, Schneeschaufeln und Steigeisen ist heute auch das Flugzeug ein wichtiges Arbeitsinstrument der Gletscherforscher. Es ermöglicht ihnen die Anwendung des Laserscannings, eine moderne Methode, um die Gletscherschmelze zu erforschen. Dabei wird vom Flugzeug aus ein stark gebündelter Laserstrahl auf den Gletscher geschossen und die Zeit gemessen, die das Licht zur Eisoberfläche und zurück zum Flugzeug braucht. Aus diesen Daten und der exakten Position des Flugzeuges entsteht ein präzises, dreidimensionales Abbild der Gletscheroberfläche. Die Wissenschafter haben den Findelengletscher bei Zermatt zwischen 2005 und 2010 dreimal überflogen und Messungen durchgeführt. Anfang 2013 wurde das Projekt abgeschlossen. Axpo unterstützte die Kooperation der Abteilungen Glaziologie und Fernerkundung des Geografischen Institutes der Universität Zürich im Projekt «Gletscher Laserscanning Experiment Oberwallis».

Gletscherschwund hat Auswirkungen auf Wasserkraft
Über drei Meter hat der Findelengletscher während der Zeit der Untersuchung an mittlerer Eisdicke eingebüsst, im Bereich der Gletscherzunge schwanden gar 30 bis 35 Meter. Insgesamt ging ein Volumen von rund 40 Millionen Kubikmeter Eis verloren. Das ist weit mehr, als die Wissenschafter aufgrund von Feldmessungen erwartet hatten. Flösse diese Menge Eiswasser in den Zürichsee, stiege der Seespiegel um einen halben Meter! Die Veränderungen sind Indikatoren des globalen Klimawandels. Gletscher sind wichtige Speicher im Wasserkreislauf, im Sommer gleicht das Schmelzwasser die fehlenden Niederschläge aus. Damit sind sie für die Energiewirtschaft von grosser Bedeutung. Studien über das zukünftige Abflussverhalten von Gletschern zeigen zwar einen kurzfristigen positiven Effekt für die Energiewirtschaft. Experten befürchten jedoch, dass längerfristig die für die Stromerzeugung nutzbaren Wassermengen zurückgehen, was für die Energieversorgung der Schweiz eine grosse Herausforderung darstellt.

Gletscher-Exponat im Axporama
Im Besucherzentrum Axporama steht ein interaktives Exponat, das die Erkenntnisse des Projektes aufzeigt. Besucher können die Gletscherzunge mittels Touchscreen schmelzen oder wachsen lassen und so den Zustand des Findelengletschers zwischen 1862 und 2010 vergleichen. Axpo will mit dem Projekt für ein aktuelles Thema sensibilisieren, das letztlich nicht nur für die Stromerzeugung durch Wasserkraft, sondern für die Gesellschaft im Allgemeinen von Bedeutung ist.

www.axpo.com/erleben

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