Für alle, die eine Abklühlung brauchen – «überwintern – 31 grossartige Strategien»

Zaubernuss (Hamamelis x intermedia) zeigt ihre volle Pracht im Winter.  Muriel Bendel, Natur-Museum Luzern

Zaubernuss (Hamamelis x intermedia) zeigt ihre volle Pracht im Winter. Muriel Bendel, Natur-Museum Luzern

Drei Herzschläge pro Minute, Frostschutzmittel im Zellsaft – oder doch lieber ab in den warmen Süden? Im Laufe der Evolution haben Tiere und Pflanzen eine Vielzahl faszinierender und äusserst intelligenter Strategien entwickelt, Kälte, Schnee und kurze Tage erfolgreich zu überstehen. 31 dieser grossartigen Strategien stellt das Naturmuseum Solothurn in einer Sonderausstellung, welche vom Natur-Museum Luzern realisiert wurde, vor. Trotzen Sie also den sommerlichen Temperaturen und lassen Sie sich ein auf eine kühlere Winterlandschaft.

Was der Winter für die Natur bedeutet
Der Winter stellt für die Tier- und Pflanzenwelt in unseren Breitengraden eine grosse Herausforderung dar. Kälte und Wind über Monate hinweg können zum Erfrieren führen. Nahrung ist kaum zu finden, das Wasser ist gefroren und die Fortbewegung sehr energieraubend. Pflanzen und Tiere müssen also in den Zeiten der sommerlichen Fülle möglichst viel Energie speichern und diese im Winter möglichst sparsam einsetzen. Um den Winter einigermassen zu überstehen und den Minustemperaturen zu trotzen, haben sich in der Natur unzählige Möglichkeiten dazu entwickelt. Die Ausstellung gibt ein paar Kostbarkeiten preis.

Schneehasenspur  Muriel Bendel, Natur-Museum Luzern

Schneehasenspur
Muriel Bendel, Natur-Museum Luzern

Mit Schneeschuhen durch den Winter oder doch Schlafen in einer ausgepolsterten Höhle?
Beim Schneehasen – im Winter zeigt er sich gut getarnt in einem weissen Kleid – haben sich die schneeschuhförmigen Hinterpfoten bewährt. Mit diesen sinkt er nämlich kaum ein und verliert dadurch bei der Suche nach spärlicher Nahrung wenig Energie.

Das Murmeltier hat sich eher für den bequemen Winterschlaf in einem gut ausgepolsterten Bau entschieden. Die Jungtiere haben in der Mitte die Logenplätze und erhalten, eng an die Verwandten gekuschelt, von allen Seiten her die Wärme. Der Gang auf die Toilette in einem Nebengang geschieht gemeinsam – denn niemand wird gerne immer wieder geweckt…

Das Schneeglöcklein ist trotz seiner graziösen Statur von robuster Natur: Es verbringt den Winter geschützt in der Zwiebel unter der Erde und durchbohrt den Boden bereits im Februar, um sein Glöcklein zu läuten. Dies gelingt ihm dank der eingebauten Reservestoffe. Und wenn es doch zu kalt wird, stellt die Pflanze ihr eigenes Frostschutzmittel her und senkt damit den Gefrierpunkt.

Die Fichte macht es ganz ähnlich: Sie lagert eigenes Frostschutzmittel ein, so dass auch Temperaturen von bis zu -40 Grad Celsius ohne Erfrierungen überstanden werden.

Von der Alpenrose bis zur Zwergfledermaus
Von der Alpenrose – die angewiesen ist auf die isolierende Schneedecke, weil sie sonst erfriert – bis zur Zwergfledermaus – die die Atmung im Winter dermassen senkt, dass sie nur noch gerade alle 1 ½ Stunden einmal atmet – werden Tiere und Pflanzen und ihre clevere Methode vorgestellt.

Die Sonderausstellung «überwintern – 31 grossartige Strategien», wurde vom NaturMuseum Luzern erstellt und ist bis zum 11. Oktober 2015 im Naturmuseum Solothurn zu sehen.

Weitere Infos unter http://www.naturmuseum-so.ch

Titelbild:

Plakat zur Sonderausstellung, Bildmontage: Martina Pelosi, Julia Raichle, cyan.ch

Plakat zur Sonderausstellung, Bildmontage: Martina Pelosi, Julia Raichle, cyan.ch

 

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