Die Leidenschaft für Uhren

uhr0Zeit ist Geld. Für die bedeutendsten Uhrmacher aus allen Epochen gilt diese Weisheit aber genau im umgekehrten Sinn — für sie ist Geld Zeit.

Von Matthias Hosp

Die ersten mechanischen Uhren wurden von Schlossern und Grobschmieden, die sich langsam zu Goldschmieden entwickelten, hergestellt. Da sich nur wenige eine Uhr leisten konnten, zogen die Uhrenmacher oft von Ort zu Ort, um ihre Kunst anzubieten. Nur in Gegenden, in denen es zahlungskräftige Abnehmer gab, vor allem in der Nähe von Königs- und Fürstenhäusern, etablierten sich Uhrmachermeister. Hier wurde das Handwerk immer weiter verfeinert und es wurden neue Erfindungen gemacht, die die Präzision der Zeitmessung vergrösserten. So zum Beispiel die von Cardano entwickelte und nach ihm benannte Aufhängungsmethode und die im 17. Jahrhundert von Galileo Galilei erfundene Reibungs- oder Stiftnockenradhemmung für eine Turmuhr in Florenz. Galilei war es auch, der die erste Pendeluhr konstruierte, die jedoch erst 1657 vom Astronomen Christian Huygens weiterentwickelt und zum Patent angemeldet wurde.

1720 gelang es George Graham, eine Unruh mit Spiralfeder zu kreieren und somit auch die kleine Taschenuhr präziser zu machen. Thomas Mudge, ein Lehrling von Graham, erfand Ende des 18. Jahrhunderts die Ankerhemmung und erschuf die berühmte «Uhr der Königin» und andere Uhren, die als die schönsten tragbaren seiner Zeit überhaupt bezeichnet wurden. Der bekannteste Uhrmacher überhaupt war jedoch Abraham Louis Breguet aus Neuchâtel, der eine Taschenuhr mit Selbstaufzug und die nach ihm benannte Breguet-Spirale entwickelte. Sein freier Ankergang unterscheidet sich von der Konstruktion her nur unwesentlich von denen, die noch heute für Armbanduhren verwendet werden. Seine Werke waren so begehrt, dass sie wie die heutigen Nobelmarken unter einem besonderen Syndrom litten: Auf eine Original-Breguet-Uhr kamen bis zu 500 Fälschungen.

Das Sammeln von Uhren
Manch einer hat sich dem Sammeln von alten – und vermeintlich alten Uhren verschrieben. Vor allem auf Flohmärkten und Uhrenbörsen kann man sich leicht von der Begeisterung der anderen Sammler oder Händler anstecken lassen. Meistens beschäftigt man sich aber erst dann, wenn man bereits tüchtig eingekauft hat, so richtig mit der Materie Uhr und erkennt dann, dass die ersten Käufe überstürzt getätigt wurden. Nun sollen die Uhren, die nicht zur Sammlung passen, wieder verkauft werden. Was aber meist nicht so einfach ist. Jeder, der schon einmal etwas gesammelt und erworben hat, kennt das Problem. Wenn man ein Stück kaufen möchte, dann ist es teuer. In dem Moment, in dem man das gute Stück wieder verkaufen möchte, will es niemand kaufen. Generell gilt, dass mit 80 Prozent aller Uhren keine Wertsteigerung erzielt werden kann. Aber es gibt auch Marken, bei denen es durchaus Chancen gibt, den Wert zu steigern. Rolex, Patek Philippe und Audemars Piguet heissen die drei wichtigsten Uhrenmarken, die unter Sammlern heiss begehrt sind. Aber auch Breitling, IWC, Jaeger LeCoultre, Omega oder Panerai dürften zumindest langfristig ihren Wert erhalten, vor allem die Klassikermodelle. Die Rolex Yachtmaster kostete zum Beispiel im Jahr 2000 noch 6700 Franken. Bis 2011 kletterte der Preis bis auf 10 500 Franken, was einer Steigerung von beinahe 50 Prozent gleichkommt.

Eines gilt aber bei aller Sammelleidenschaft. Sie sollten Spass an Ihrer Sammlung haben. Sollte sich der Wert dann über Jahre noch steigern, umso besser.

Patek Philippe Supercomplication Die Supercomplication ist nicht nur die teuerste Uhr, die die Firma Patek Philippe je hergestellt hat, es ist auch die teuerste Taschenuhr der Welt. Ihre Herstellung verdankt dieses Exemplar aus dem Jahr 1932 einem Wettstreit zwischen dem New Yorker Bankier Henry Graves und dem Fabrikanten James Ward Packard, wer von ihnen die Taschenuhr mit den meisten technischen Extras besitzen würde. Mit der Supercomplication gewann Graves den Wettbewerb, dessen Original-Uhr dann bei einer Sotheby’s- Auktion im Jahr 1999 zum Preis von 11 Millionen Franken versteigert wurde.

Patek Philippe Supercomplication
Die Supercomplication ist nicht nur die
teuerste Uhr, die die Firma Patek Philippe
je hergestellt hat, es ist auch die teuerste
Taschenuhr der Welt. Ihre Herstellung
verdankt dieses Exemplar aus dem
Jahr 1932 einem Wettstreit zwischen
dem New Yorker Bankier Henry Graves
und dem Fabrikanten James Ward
Packard, wer von ihnen die Taschenuhr
mit den meisten technischen Extras besitzen würde. Mit der Supercomplication
gewann Graves den Wettbewerb, dessen
Original-Uhr dann bei einer Sotheby’s-
Auktion im Jahr 1999 zum Preis von
11 Millionen Franken versteigert wurde.

Breguet Taschenuhr 1907BA/12 Schon Napoleon Bonaparte gehörte zu den Kunden des Schweizer Uhrmachers. Breguets Firma gehört mittlerweile zum Swatch-Konzern, was aber nichts an der Exklusivität der Marke geändert hat. Die Breguet Taschenuhr 1907BA/12 ist ein Beispiel für die Fortsetzung der Tradition. Die Uhr besteht aus 18-karätigem Gold, das Uhrwerk ist natürlich handgefertigt und kostet rund 750 000 Franken.

Breguet Taschenuhr 1907BA/12
Schon Napoleon Bonaparte gehörte zu
den Kunden des Schweizer Uhrmachers.
Breguets Firma gehört mittlerweile zum
Swatch-Konzern, was aber nichts an der
Exklusivität der Marke geändert hat.
Die Breguet Taschenuhr 1907BA/12
ist ein Beispiel für die Fortsetzung
der Tradition. Die Uhr besteht aus
18-karätigem Gold, das Uhrwerk ist
natürlich handgefertigt und kostet rund
750 000 Franken.

Chopard 201 Karat Man sieht die Uhr vor lauter Diamanten nicht. Bei der mit weitem Abstand teuersten Uhr der Welt fällt es zunächst schwer, sofort die Uhrzeit zu erkennen. Drei herzförmig geschliffene Diamanten von 15, 12 und 11 Karat sind rund um das Ziffernblatt angeordnet, über 800 weitere, weisse und gelbe Diamanten mit nochmals 163 Karat bilden das hochkarätige Blumenmuster, das in der Summe 201 Karat ergibt. Und somit den Namen dieses Chronometers erklärt. Zusätzlich eingearbeitet ist ein Federmechanismus, der auf leichten Knopfdruck die drei grossen Diamanten zur Seite gleiten lässt, damit man weiss, wie spät es ist. Übrigens, das Meisterwerk kostet satte 25 Millionen Franken.

Chopard 201 Karat
Man sieht die Uhr vor lauter Diamanten
nicht. Bei der mit weitem Abstand teuersten Uhr der Welt fällt es zunächst
schwer, sofort die Uhrzeit zu erkennen.
Drei herzförmig geschliffene Diamanten
von 15, 12 und 11 Karat sind rund um das
Ziffernblatt angeordnet, über 800 weitere,
weisse und gelbe Diamanten mit
nochmals 163 Karat bilden das hochkarätige Blumenmuster, das in der Summe 201 Karat ergibt. Und somit den Namen dieses Chronometers erklärt. Zusätzlich eingearbeitet ist ein Federmechanismus, der auf leichten Knopfdruck die drei grossen
Diamanten zur Seite gleiten
lässt, damit man weiss, wie spät es
ist. Übrigens, das Meisterwerk kostet
satte 25 Millionen Franken.

 

Vacheron Constantin Tour de l’Île Vacheron Constantin ist die älteste noch bestehende Uhrenmanufaktur der Welt. Ihr 250-jähriges Bestehen feierte die Firma mit einer besonderen Jubiläumsuhr, die nach dem Pariser Sitz des Unternehmens, dem Quai de l’Île, benannt wurde. Die Luxusuhr besteht aus insgesamt 834 Komponenten, die alle in einem Gehäuse mit einem Durchmesser von 4,8 Zentimetern untergebracht sind. Für die Produktion und Entwicklung der Tour de l’Île benötigte man über 10 000 Arbeitsstunden. Dementsprechend kostet sie auch rund 1,5 Millionen Franken

Vacheron Constantin Tour de l’Île
Vacheron Constantin ist die älteste
noch bestehende Uhrenmanufaktur der
Welt. Ihr 250-jähriges Bestehen feierte
die Firma mit einer besonderen Jubiläumsuhr,
die nach dem Pariser Sitz des
Unternehmens, dem Quai de l’Île, benannt
wurde. Die Luxusuhr besteht aus
insgesamt 834 Komponenten, die alle in
einem Gehäuse mit einem Durchmesser
von 4,8 Zentimetern untergebracht sind.
Für die Produktion und Entwicklung der
Tour de l’Île benötigte man über 10 000
Arbeitsstunden. Dementsprechend kostet
sie auch rund 1,5 Millionen Franken

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